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Gedanken und Fortschritte zum Science-Fiction Rollenspiel Xegity
Raumschiffe, die sich im Weltall bekriegen, dürfen in keinem Space-Sci-Fi Spiel fehlen. Auch in den Xegity-Runden gab es schon den einen oder anderen Raumkampf, allerdings ohne, dass dafür spezialisierte Regeln verfügbar waren. Das soll sich natürlich mit den neuen Regeln ändern.
Die Raumkämpfe wurden bisher meist als Abfolge von konkurrierenden Proben (auf die Raumkampf-Fertigkeit) abgehandelt, wobei die Systeme des Schiffs mit einem abgeschätzten Wert einbezogen wurden - ähnlich der Software beim Hacking. Wenn es starke Unterschiede in der Stärke der Kampfteilnehmer gab, wurde das Ergebnis auch einfach mal vom SL erzählt. Natürlich funktioniert das letzten Endes, aber es gibt den Spielern wenig Möglichkeiten, ihre eigenen Taktiken auszuklügeln und die Ausrüstung ihrer Charaktere und Raumschiffe im Spielverlauf zu optimieren. Wenn man als unterlegene Partei durch eine taktische Idee das Blatt wenden kann, dann sollte dies auch von den beteiligten Spielern als Erfolgserlebnis wahrgenommen werden.
Mit den Specials bietet sich in den neuen Regeln eine Möglichkeit, allerlei taktische Manöver regelseitig abzubilden und so auch gleich den Spielern zu vermitteln, wie Raumkämpfe bei Xegity aussehen.
Und wie sehen sie aus? Das ist eine interessante Frage, deren Antwort sich an verschiedenen Einflüssen orientiert. Dies ist vor allem der Techlevel der Welt, aber auch das, was man aus dem Genre kennt, und das, was spielerisch Sinn und Spaß macht. Ich werde in diesem Post erstmal auf die Grundlagen des Raumkampfs bei Xegity eingehen (wie er sein soll), bevor ich dann (in späteren Posts) die wesentlichen taktischen Elemente in Specials fasse.
Bei Xegity gibt es bekanntlich sehr leistungsfähige Raumschiffantriebe, die auf fiktiver Physik basieren. Zum einen den Sternenantrieb, der für den überlichtschnellen Flug zwischen den Sternen gedacht ist, andererseits den Gravitationsantrieb. Letzterer erlaubt sehr viel größere Beschleunigungen, als Antriebsarten mit Rückstoßmasse. Er wird auch eingesetzt, um an Bord angenehme Verhältnisse zu schaffen und das Raumschiff selbst vor Schaden durch zu hohe Kräfte zu schützen. Beide Antriebe spielen im Raumkampf eine tragende Rolle und haben jeweils ihre taktisch nutzbaren Eigenheiten.
Eine andere wichtige Grundlage folgt aus dieser (auch für Sci-Fi-Verhältnisse) fortschrittlichen Technologie: Ganz ohne Computerunterstützung kann kein normaler Mensch1 ein Raumschiff im Kampf (oder anderweitig) beherrschen. Es geht selbst bei Einsatz des Gravitationsantriebs nicht all zu gemächlich vor. Beschleunigen und Abbremsen funktioniert zwar in etwa so wie man es kennt, die Beschleunigungen sind aber so groß, dass ein Mensch ohne Computerunterstützung im Nahkampf zwischen kleinen Raumschiffen kaum rechtzeitig reagieren könnte.
Aber man kann ja im Raumkampf auch nicht einfach aus dem Fenster schauen und auf Sicht kämpfen (egal was andere Quellen suggerieren mögen ;-)). Die meiste Zeit muss nach Sensordaten, weit außerhalb der Sichtdistanz geflogen und gekämpft werden. Dies ist bei Xegity kein so großes Problem, da ja sowieso ein Großteil des Geschehens in der virtuellen Realität oder durch Overlays erweiterten Realwelt stattfindet. Aufgabe des Bordcomputers ist jedenfalls, die Situation so darzustellen, dass der Pilot (oder Kapitän, bei größeren Schiffen) die maximal mögliche Übersicht hat.
Es ist also gut möglich, dass der Pilot im Kampf alle Gegner im Blick haben kann - allerdings als virtuelle Objekte in einem virtuellen Kampfschauplatz. Und das ist nur der Anfang: Manöver, die schneller ablaufen, als das menschliche Gehirn sie erfassen kann, müssen anderweitig vermittelt werden - in Form von Spezialeffekten zum Beispiel. Auch können taktische Optionen direkt in die Darstellung des Geschehens integriert werden, so dass der Pilot sie sofort erkennen kann - vorausgesetzt der Bordcomputer ist leistungsfähig genug, um diese taktischen Möglichkeiten selbstständig zu erkennen.
So wichtig wie die Computerunterstützung ist, ist sie natürlich auch ein bedeutender Angriffspunkt im Raumkampf. Die gegnerischen Sensoren und damit letzten Endes auch den Piloten, der ja die Entscheidungen treffen muss, zu täuschen, ist bei Xegity ein wesentliches Element der Raumkämpfe. Dies ist ein universelles Element der neuen Xegity-Regeln, das überall dort auftaucht, wo das Netz ins Spiel kommt: Wie Charaktere agieren und reagieren können, hängt davon ab, wie sie ihre Umgebung wahrnehmen - und dies ist fast immer durch Aktionen im Netz (und Psi-Effekte) beeinflussbar.
Naturphänomene spielen durchaus auch eine Rolle, trotz aller Sensortechnik. So lassen sich die primär verwendeten Grav-Sensoren durch große Masseansammlungen wie Planeten, Sterne, Schwarze Löcher aber auch künstlich generierte Gravitationsfelder täuschen. Auf große Distanz hebt sich ein Raumjäger nicht von einem Asteroiden ab, ein Dreadnaught nicht von einem Mond - und vor einem Gasriesen mag gar eine ganze Flotte vom Scanner »verschwinden«.
Die fortgeschrittene Technologie erlaubt es auch, dass Raumschiffe sich aktiv tarnen können. Sie können so ihre eigenen Gravitations- oder elektromagnetischen Emissionen abschirmen und für gegnerische Sensorik unsichtbar werden, wenn diese nicht eine ausreichend hohe Auflösung hat, um die feinen Störungen im Schirmfeld zu entdecken. Dies ist letzten Endes ein Wettrüsten zwischen der Sensorik und den Tarnvorrichtungen - ein stark situationsabhängiges taktisches Element.
Zudem sind im zivilisierten Weltraum des Terranischen Sternenstaats Sensornetzwerke installiert. Wer diese kontrolliert (oder zumindest anzapft), verfügt im Raumkampf über zahlreiche zusätzliche Augen und Ohren und ein enorm erweitertes Situationsbewusstsein. Größere Flotten können außerdem ihre eigenen Sensornetzwerke aufbauen. Dazu kann ein großes Schiff zum Beispiel eine Unmenge kleiner Sonden ausstoßen, die sich gleichmäßig im Raum verteilen und so eine Sensorik mit unglaublich großer Auflösung bilden. Aber solche komplexen Systeme sind natürlich anfällig für Gegenmaßnahmen - sei es nun über das Netz, oder durch Manipulation der Sonden selbst (sie können ja zerstört oder besser noch durch andere Sonden getäuscht werden).
Für die am Raumkampf beteiligten Charaktere - und das sind idealerweise alle - bedeutet das, dass sie vor allem im Netz agieren, aber diese Aktionen höchst reale Auswirkungen haben (explodierende Raumschiffe etc.).
Lest in Teil 2 dieses Artikels: Überlichtgeschwindigkeit, Waffen und Schilde. Teil 2 erscheint demnächst in diesem Blog. :)
1) Es ist möglich, wenn der Charakter sein Bewusstsein durch Auslagerung ins Netz entsprechend erweitert und parallelisiert hat. Ein normaler Mensch wird ein wenig durch die Tatsache zurückgehalten, dass er seine Aufmerksamkeit nur auf eine Sache gleichzeitig fokussieren kann.
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