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Gedanken und Fortschritte zum Science-Fiction Rollenspiel Xegity
Das Netz bei Xegity ist überall! Wie also könnten da Kämpfe aussehen? Dadurch, dass VR und primäre Realität immer mehr oder weniger verschwimmen, ergeben sich interessante neue Möglichkeiten. Sowohl Wahrnehmung der Situation, als auch Wirkung der Waffen können unter den Einfluss der VR gelangen. Hier ein paar Gedanken dazu, wie das denn aussehen könnte.
Schon die Waffen an sich müssen ganz anders konzipiert sein, wenn der Kampf in einer ganz oder teilweise virtuellen Welt stattfindet. Natürlich, eine Kugel die in der realen Welt auf ein Ziel trifft, macht dort Schaden. Aber dieser Fall muss ja erstmal herbeigeführt werden, und da kann die VR (und auch die Nanotech, und sonstige Kriegstechnologie) einiges am üblichen Resultat verbiegen. Es ist da sicher praktisch, wenn jede Waffe eine Softwarekomponente hat, die ein eigenes »Netzbewusstsein« beinhaltet und so die Anweisungen des Nutzers interpretieren und optimal umsetzen kann. Wenn die Waffe erkennt, dass der Nutzer nicht in der Lage ist, ihre Möglichkeiten auszunutzen, kann sie ihm auch hilfreich unter die Arme greifen - oder gar die Zusammenarbeit verweigern. ;)
Um überhaupt gezielt agieren zu können, muss der Kämpfer wissen, wie die Situation um ihn herum »tatsächlich« aussieht. Wobei »tatsächlich« nicht der Lage in der primären Realität entsprechen muss. Zwei Kampfteilnehmer müssen ja gar nicht notwendigerweise am selben Ort sein und können trotzdem gegeneinander agieren. Wenn ein Kämpfer sich nur auf seine menschlichen Sinne verlässt, sieht er vielleicht seinen Gegner gar nicht, oder nicht am richtigen Ort, wenn sich dieser mittels VR-Emittern tarnt.
Außerdem könnte es in den Netzknoten in der Umgebung gefährliche Programme geben - oder eine Nanowolke, die Kugeln auffrisst, wirkt wie eine undurchdringliche Wand für die gewählte Waffe. All dies muss erstmal erkannt werden. Wahrnehmung, Täuschung, Gegenmaßnahmen und Gegen-Gegenmaßnahmen prägen diesen Aspekt der Kämpfe.
Kämpfer müssen sich nicht am selben Ort befinden, um gegeneinander agieren zu können. Sie können sich auf rein virtueller Ebene bekriegen, zum Beispiel in dem sie versuchen, ein schädliches Programm ins Interface ihres Gegners einzuschleusen, oder nach belieben physische Waffen oder Gegenmaßnahmen auf Stratum 0 hinzunehmen. Das können zum Beispiel Kampfsonden, die Selbstverteidigungsanlagen eines Gebäudes oder Nanowolken sein, aber natürlich auch gute alte Methoden wie Handwaffen und Panzerfahrzeuge, bis hin zu Orbitalkanonen.
Je gefährlicher eine Waffe in der Realität ist, desto besser werden auch ihre Kontrollen versteckt. Oftmals auf sehr hohen Strata, die dann auch nur den Experten zugänglich sind (die Orbitalkanone zum Beispiel).
Das Ganze wäre ja nur halb so lustig, wenn man nicht auch auf rein virtueller Ebene einen Gegner bezwingen könnte. Zum einen kann man die Software angreifen, die ein gegnerischer Kämpfer als Hilfsmittel benutzt.
Aber jeder, der ein Interface benutzt, setzt im Prinzip auch sein Hirn der direkten Bedrohung durch das Netz aus. Je höher das Stratum, auf dem gekämpft wird, desto subtiler die Manipulationsmöglichkeiten. Auf höheren Strata ist der Effekt eher psychisch, auf niederen dagegen physisch. So kann man auf niederen Strata einen epileptischen Anfall auslösen oder die Nerven überlasten, auf höheren das »Ich« des Gegners auflösen, ihn vollkommen wahnsinnig machen, oder ihn in einer zeitlosen Dimension einschließen. Oder man führt gar einen philosophischen Super-GAU herbei, so dass der Gegner zu dem Schluss kommt, er kann gar nicht existieren! (Vielleicht eine Methode, die die KIs benutzen ;))
Dies sind erstmal einige Denkanstöße. Details werden folgen. :)
In den bisherigen Regeln von Xegity ist das Netz eigentlich nur für Hacker vorgesehen. Normale Menschen haben allenfalls sehr oberflächliche Einflussmöglichkeiten. Die Virtuelle Realität ist zwar vorhanden, aber nicht ausreichend regelseitig abgedeckt um sie wirklich taktisch einsetzen zu können. Dies wird sich mit den neuen Regeln ändern, so dass dem Netz endlich die Bedeutung zukommt, die es in einem zeitgemäßen Science-Fiction-Rollenspiel haben sollte.
Im FERA habe ich schon einmal beschrieben und zur Diskussion gestellt, wie ich mir die Struktur und die konkrete Manifestation des Netzes bei Xegity vorstelle. Kurz kann ich das noch einmal so zusammenfassen: Auf der Seite der Struktur besteht das Netz aus vielen gleichberechtigten Knoten, die höchst unterschiedlich leistungsfähig sind. Es hat also eher eine Peer-to-Peer Architektur und ist viel weniger zentralistisch als unser heutiges Internet. Die Knoten sind drahtlos verbunden und die Daten suchen sich gewissermaßen selbst den günstigsten Weg über verfügbare Zwischenstationen zum Ziel. Für die Charaktere bedeutet das, dass sie sich gerade am Rande der Zivilisation nicht immer auf optimale Konnektivität verlassen können. Das ist aber auch erwünscht, denn durch das Netz soll schließlich nicht die Motivation wegfallen, sich überhaupt noch persönlich an den Ort der Handlung zu begeben. Zudem können sich einzelne Knoten mehr oder weniger vom Rest des Netzes abschotten.
Das Netz ist natürlich nur die Grundlage für die Anwendungen, die den Menschen verschiedene Möglichkeiten der Interaktion verschaffen. So können zum Beispiel täuschend echte „Trugbilder” in den Raum projiziert werden. Hierfür wird eine Technologie eingesetzt, die ich bei Xegity „VR-Emitter” nenne. Im Prinzip erzeugen diese ein Lichtfeld, das dem menschlichen Auge ähnlich erscheint wie jenes, das von dem abgebildeten Objekt erzeugt werden würde. Einfacher ausgedrückt, die VR ist bei Xegity zumindest optisch auch ohne eine direkte Schnittstelle zum Hirn relativ perfekt.
Man kann erahnen, dass dies auch ohne besonderes technisches Hintergrundwissen allen Charakteren eine interessante Möglichkeit eröffnet. Sie können nämlich so in „magieähnlicher” Weise ihre Umgebung beeinflussen - zumindest optisch und akustisch.
Natürlich gibt es allerhand Regeln, die den Missbrauch dieser im besten Fall verwirrenden und im schlimmsten Fall lebensgefährlichen Beeinflussung der Wahrnehmung verhindern sollen. Für Spielercharaktere gelten die aber - wie so oft in Rollenspielen - nur bedingt.
Natürlich ist das noch nicht alles. Neben Bildern und Geräuschen können wir Menschen ja noch ein paar andere Dinge wahrnehmen. Leider sind diese Wahrnehmungsarten aber nicht unbedingt so einfach zu vermitteln. Um zum Beispiel den ganzen Körper mit taktilen Reizen versorgen zu können, müsste man sich schon in eine Wanne mit Gel oder einen Spezialanzug begeben.
Aber da gibt es bei Xegity eine „einfachere” Möglichkeit: Das Zerebralinterface, das eine direkte Verbindung zum Hirn herstellt. dadurch kann das Netz alle möglichen Wahrnehmungen beim Benutzer erzeugen, und umgekehrt kann der Benutzer auch alle seine Wahrnehmungen und Gedanken ins Netz transferieren. Mit anderen Worten, er kann zumindest in seiner subjektiven Sicht vollständig die Realität verlassen und in die virtuelle eintauchen.
Andererseits will man das vielleicht gar nicht immer, und eine vollständige Versorgung mit aufeinander abgestimmten Sinnesreizen ist wieder eine Kunst für sich, und die ist teuer. In der Regel reicht es aus, die für den jeweiligen Zweck nötigen Wahrnehmungen zu übertragen. Man kann also sehr fein abstufen, wie weit man ins Netz eintauchen will, und wieviel von der Wahrnehmung in der Realität bleiben soll.
Dies führt dann bei Xegity auf das Konzept der Strata, die Ebenen des Netzes. Die Abgrenzung dieser Ebenen besteht in verschiedener Weise: Sie sind unterschiedliche Ebenen der Immersion der Sinne, eine sicherheisttechnische Abgrenzung, und letzten Endes stellen sie auch unterschiedliche Anforderungen an die Fähigkeiten der Hardware.
Das unterste Stratum (Stratum 0) ist die Wirklichkeit, wie wir sie kennen. Sie unterstützt natürlich auch alle Sinne, aber erlaubt eben nicht die Beeinflussung aller dieser Sinne durch das Netz (oder die Fähigkeiten der Charaktere).
Stratum 1 ist eine allgemein zugängliche, vollständig immersive Realität. Man kann sie allerdings durchaus auch mit billiger Hardware ohne entsprechende Fähigkeiten benutzen. Sie ist so etwas wie das WWW heute, nur eben eine virtuelle Realität. Man wird hier vor allem mit Werbung, kommerziellen Angeboten und populären Plattformen konfrontiert. Die Qualität der Darbietungen und der Sinnesreize ist im Durchschnitt nicht außergewöhnlich hoch.
Die eigentliche Welt der Experten beginnt bei Stratum 2. Hier beginnt der audiovisuelle Aspekt erstmals ein wenig in den Hintergrund zu treten. Die Systeme setzen alle Sinne sehr gezielt ein und sind auf Effizienz des Informationsaustausches zwischen Hirn und Netz getrimmt. Auch VR-Künstler werden sich wohl eher hier austoben.
Auf noch höheren Strata wird alles zunehmend asbtrakter. Man „weiß” Dinge einfach, die Intuition spielt eine größere Rolle. Man nimmt die Daten einfach wahr, ohne sie zu sehen. Das Bewusstsein zeigt erste Anzeichen, mit dem Netz zu verschmelzen.
Die höchsten Strata sind KIs und anderen transhumanen Wesenheiten vorbehalten. Hier gibt es ganz besondere Effekte wie Extrasinne, Verlust des Raum- und Zeitgefühls, oder gar Auflösung der Abgrenzung als Individuum. Wenn man keine Vorkehrungen trifft, die einen wieder zurückholen, kann man leicht für immer auf dieser Ebene „verloren gehen”. Glücklicherweise ist sie aber für Normalsterbliche Bewohner des Xegity-Universums (zu denen die Charaktere natürlich nicht gehören) gar nicht zugänglich.
Ich konnte hier leider vieles nur anreißen, hoffe aber, einen ersten Überblick über den weiteren Plan geliefert zu haben. In weiteren Posts habe ich vor, näher auf die Strata, ihre Phänomene und Funktion und ihre regelseitige Behandlung einzugehen. Auch die technischen Grundlagen des Netzes will ich noch ein wenig beleuchten - soweit sie für die Handlungen der Charaktere von Bedeutung sind.