Gedanken und Fortschritte zum Science-Fiction Rollenspiel Xegity

Thu, 09 Oct 2008

Science-Fiction vs. Fantasy, Nachschlag

Ich bin heute auf ein Zitat von Richard Duffek, Community Coordinator für »Warhammer: Age of Reckoning« gestoßen, das - wie ich finde - ein guter Nachtrag zu der Diskussion im Tanelorn ist, die ich bereits in einem anderen Beitrag diskutiert habe.

Dies ist eine Übersetzung aus dem Original-Interview [externer Link]:

»Meiner Meinung nach ist Fantasy so marktdominierend, weil es das sichere Genre ist, sowohl für die Entwickler als auch für die Fans. Als Spieler weißt du mit Fantasy, was dich erwartet. Es gibt Schwerter und Äxte und Zaubersprüche. Es gibt Goblins und Orks und Elfen und Zwerge, für gewöhnlich. Jedes Spiel fügt hier und da ein paar Besonderheiten hinzu, aber im Grunde läuft es auf das Selbe hinaus. Und daher fühlst du dich dort wohl. Wenn du in den örtlichen Laden gehst und dort ein Fantasyspiel aus dem Regal nimmst, weißt du, was dich im Wesentlichen erwartet. Und viele von diesen Punkten machen das Genre so verlockend für Entwickler, wie es für die Spieler ist. Sie wissen, was die Spieler von dem Genre erwarten. Sie wissen, dass es da bereits bestimmte Erwartungen von ihrer zukünftigen Spielerbasis gibt. Diese Erwartungen sind ziemlich alt und in Stein gemeißelt; es ist einfach, sie zu erfüllen.

Science-Fiction, zum Beispiel, hat auf der anderen Seite keine solch in den Stein gemeißelten Vertrautheiten. Es ist ein weit offenes, unerkundetes Territorium, und nur wenige sind so mutig, es zu betreten. So viele Leute erwarten so unterschiedliche Dinge von einem Sci-Fi Spiel. Egal was du tust, eine Menge Leute werden enttäuscht sein. Wenn es ein landbasiertes Spiel ist, wollen sie Weltraumflug. Wenn es Weltraumflug ist, wollen sie es landbasiert. Wenn du versuchst, beides zu machen, funktioniert es nicht so richtig. Die eine oder andere Seite kommt immer zu kurz. Und dann läufst du in die Probleme mit Planetentypen, Spezies, Technologie, Tribbles usw. Es gibt so viele unbekannte Variablen, dass es sich für die meisten Entwickler nicht lohnt, das Risiko einzugehen, im Vergleich zur Sicherheit, die Fantasy bietet.«

Hier sind sicher einige wichtige Punkte genannt. Wo ich nicht sicher bin, ob ich zustimmen möchte ist, dass es in Science-Fiction angeblich so gar keine Konventionen gibt. Die gibt es nämlich in den einzelnen Untergenres der SF (z.B. Space Opera, Endzeit) sehr wohl. Umgekehrt muss Fantasy nicht zwingend »tolkienesk«, also mit Elfen, Zwergen, Äxten usw. sein.

Hier ist eben die Frage, ob man lieber auf Nummer sicher geht (was ja bezogen auf Rollenspiele eigentlich nur die Umsetzung eines Heartbreakers bedeuten kann), oder ob man sich bemüht, so viele Konventionen wie möglich zu brechen.

Mit Xegity halte ich mich nicht unbedingt an Genre-Grenzen, aber verfolge auch keinen extremen Weg. Es hat ein wenig von Space Opera, ein gerüttelt Maß Cyberpunk, und enthält auch viele Trends aus der jüngeren Science-Fiction, wie zum Beispiel eine stärkere Auslegung auf das Netz.

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